Pilgerbericht 2024
von unseren Pilgerschwestern
Christl, Martina, Melanie und Theresa
über die Trier-Wallfahrt der Sankt Matthias Bruderschaften Vorst und Holzbüttgen
vom 04. bis 8. Mai 2024
Losung: "Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn..."
Samstag, d. 04.05.24:
Nach Verladung des Gepäcks, Gottesdienst und Segen ging es los.
Der Weg führte uns über Büttgen, Birkhof, und der erste Stop war in Scherfhausen bei unseren Autos mit Rolf und
Wied. Melanie teilte bunte Pilgerschnapsgläser mit Kette aus, die uns die gesamte Wallfahrt begleiten sollten. Nach
einer Vorstellungsrunde aller Pilger ging es weiter Richtung Gustorf zum ersten Frühstück. Von weitem sah man schon
lange den Erftdom, aber der Weg zog sich und zog sich. Dieses Phänomen sollten wir während der Wallfahrt noch des
Öfteren antreffen.
Belohnt wurden wir schließlich mit einem herzlichen Empfang im Altenheim mit Kaffee und belegten Brötchen.
Glücklicherweise hatte die Mutter von Rolf an viele Salamibrötchen für ihren Buben gedacht. Außerdem trat Uschi hier
mit ihren zwei großen Verbandskästen das erste Mal in Aktion.
Weiter ging es nach dem stillgelegten Kraftwerk hinter Gustorf an der Erft entlang. Der Weg wurde immer feuchter und
matschiger. Die ersten Radfahrer kamen uns entgegen und berichteten, dass es ein Stück vorwärts kein Durchkommen
mehr gäbe. Trotzdem zogen wir voller Hoffnung weiter, wenige Augenblicke später trafen dann die beiden
Fußpilgergruppen aufeinander.
Vor uns waren schon unsere Radpilger diesen Weg gefahren. Nachdem sie auf das Hindernis der überschwemmten Erft
an einer Unterführung gestoßen sind, versuchten sie zuerst ein Rad an der Schräge eines Betonpfeilers entlang zu
führen. Mit Mühe und Not schafften sie es. Allerdings erwies es sich als zu schwierig alle Räder auf diese Weise auf die
andere Seite zu bringen. Hans führte heldenhaft die pragmatischste Lösung herbei: barfuß turnte er durch das brackige
Wasser und rettete die E-Bikes der Radpilger einzeln durch das Schmutzwasser. Den Fußpilgern konnten sie telefonisch
mitteilen, dass eine Umkehr doch nicht von Nöten und der Weg entlang der schrägen Betonstützen machbar war.
Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn.
Um 12:15 Uhr bewahrheitete sich das auf wunderbare Weise. An der Unterführung mit dem Betonpfeiler wartete schon
die Radpilgergruppe auf die Fußpilgergruppe. In einer kooperativen Großaktion unter Einsatz von Baumästen, Stöcken,
vielen helfenden Händen und einer Flasche Pastis wurden nach den Fahrrädern nun auch alle Fußpilger oberhalb des
Brückenpfeilers nahezu trockenen Fußes auf die andere Seite geholt.
Der anschließende Schweigemarsch half daraufhin die Aufregung schnell zu verarbeiten.
Nach einer Stärkung durch Gulasch und Nudeln in Bedburg - die Korschenbroicher Pilger nahmen nach uns die Plätze
im Lokal ein, so dass wir erst schon überlegten, über den Hunger hinweg das ganze Essen zu verputzen - ging es weiter
Richtung Thorr. Glücklicherweise trat die liebe Kerstin beim nächsten Stopp als Sponsorin ein und versüßte uns den
wohlverdienten Kaffee mit Erdbeerkuchen.
Da hier der Regen einsetzte, sollte die 2. Gruppe ein Stück zu unserem nächsten Ziel, eine kleine Kapelle unweit
unseres Abendquartiers in Kerpen, mit Wieds Auto fahren. Das Navi im Auto führte jedoch sonst wohin, nur nicht zu
dem geplanten Ausstieg, an dem der letzte Fußweg starten sollte. Dafür stieg aber die Temperatur im Auto immer weiter
an, da etwas mit der Heizung nicht funktionierte und diese wie wild bollerte. Schweißgebadet, auch ohne den
angesetzten letzten Marsch, kamen alle wohlbehalten an der Kapelle an.
Bei den Radpilgern gab es große Aufregung. Es standen zwischenzeitlich 3 Poller auf dem Radweg, von denen einer
leider Gerda zum Verhängnis wurde. Sie blieb mit der Pedale an einem dieser Poller hängen und stürzte schließlich.
Nach einer kurzen Beruhigung stieg sie wieder mutig auf ihr Rad und fuhr noch ca. 2 km bis zum Hotel.
Doch dann entwickelte sich erst das Drama – nur unter großen Schmerzen konnte sie vom Rad steigen. Auch hierbei
wollte sie noch keine Hilfe annehmen und war sehr zuversichtlich, dass die Verletzung nicht so schlimm sei. Nach einer
Ruhezeit stellte sich allerdings heraus, dass sie nicht die Kraft hatte aufzustehen und war letztlich damit einverstanden
einen Rettungswagen zu rufen.
Mit der Diagnose Beckenbruch war nun leider die Wallfahrt für sie zu Ende. Soooooooooo schade, wir wünschen dir
weiterhin gute Besserung.
Sonntag, d. 05.05.24: Kerpen bis Nettersheim
Früh sollte es losgehen und augenscheinlich hatte niemand verschlafen. Wirklich niemand? Na ja, zu spät aufstehen
beflügelt. Das hat Lydia an diesem Morgen bewiesen, um 4:50 Uhr durch Uschi geweckt, innerhalb von 5 Minuten
unten und raus auf die Piste. Das war sicherlich ein neuer Rekord.
Nach einem guten Frühstück gab es in der 2. Gruppe eine sehr schöne Meditation: „Überlegt euch, woraus zieht ihr eure
Kraft – nicht nur beim Pilgern, sondern auch sonst?“ Der Austausch zu dieser Frage war sehr offen und emotional und
endete mit einem Gruppenkuscheln.Danach ging es hochmotiviert über das Feld. Den Kohlenbunker sahen wir schon meilenweit entfernt, aber der Weg zog
sich mal wieder ewig. Glücklicherweise warteten Rolf und Wied mit jeder Menge Schnaps, Haribos und gespaltenen
Äpfeln auf uns (Klaus der Fahrradtruppe stellte klar, dass fertig gespaltete Äpfel viel eher gegessen werden als ganze
Äpfel – die Menschen, darunter vor allem die Pilger, sind eben Faultiere).
Der Marsch aufwärts nach Zülpich entlang der Landstraße gab einigen den Rest.
Am Forellenteich wurde erneut eine Rast gemacht, aber nur kurz, denn dann ging es weiter durch die Hölle zum
Matthiasstein. Dort warteten die Radpilger bereits auf die Fußpilger. Es wurden super Fotos gemacht (immer in neuer
Personenkonstellation) und der Blick über das Tal war einmalig.
Der anschließende Wortgottesdienst in Schwerfen, den Odilia, Andrea und Irmi vorbereitet hatten, war ergreifend. Rolf
als potentieller Chorleiter motivierte uns zu einem auftrittsreifen Kanon von „Wo zwei oder drei ..
“
.
Anschließend stand die Devise „Raus aus der Kirche und rein in die Gaststätte zum Essen“ auf dem Programm.
Ja und danach wurden einige von uns Zeitzeugen eines wahrhaften lebendigen Vampirs. Beim Warten auf den Bus
musste Andrea unbedingt die Sonnencreme von Martina ausprobieren, da sich hier kurz die Sonne zeigte. Ordentlich
aufgetragen hinterließ diese jedoch eine „majestätische“ Blässe im Gesicht, was Andrea kurzerhand zur Vampir-Lady
mutieren ließ.
Ein Teil von uns, wollte es daraufhin wissen und ist nach einem Taxi-Transfer die letzten 10 km bis ans Ziel gelaufen.
Wenn allerdings selbst der Brudermeister verzweifelt auf sein Handy nach dem Weg schaut, werden sogar die Pilger
nervös. Dann hieß es aber: Immer der Urft hinterher - Pflastertreten .
Kurz vor Ende trafen wir auf ein Ehepaar aus Holland, die all ihr Hab und Gut in einer Karre bei sich hatten, die sie
hinter sich herzogen.
Johannes und Andrea Paas praktizierten direkt Völkerverständigung, Johannes Brillen hat es besser verstanden die
holländische Dame zu bezirzen – was er wohl von ihr wollte? Mitnahme im Wägelchen?
Auf einmal preschte von hinten unsere jüngste Pilgerin bis nach vorne durch. Mit Dextro Energy im Blut hat Theresa
das Kreuz getragen – wie eine Lokomotive!!!!!
Unter der letzten Brücke sagte der Brudermeister schließlich zur Motivation aller: „Es ist nicht mehr weit, nur noch den
Berg hoch.
“
- Die Begeisterung stand allen ins Gesicht geschrieben.
An der Jugendherberge angekommen, war das Zimmer von Marion, Lydia und Melanie nicht auffindbar. Melanie war
pragmatisch und quartierte sich bei Theresa, Dagmar, Irmi und Irmgard ein. Das stellte sich aber als nicht so eine gute
Idee heraus, denn die Devise „Wasser marsch und ab unter die Dusche“ war kein Gedanke. Haare waschen im
Waschbecken war die Realität. Alle Pilger, bei denen keine Dusche auf dem Zimmer war, hatten es besser, denn die
gingen in die Duschen auf dem Gang und die waren SUPER!
Abends beim Abendbrot spielte sich eine Szene ab, die außnahmslos alle zum Lachen brachte: Johannes P. steht als
erster am Buffet. Heijo fragt irritiert: „Johannes, ist das Buffet schon eröffnet?“
. Worauf Johannes antwortet: „Ja, wir
haben ja schon 19:00 Uhr.
“
Die Moral von der Geschicht: wo er Recht hat, hat er Recht.
Eine weitere Premiere folgte gleich: Heijo hatte eine Blase, die von seiner Uschi im Matthias-Pilger-Lazaret liebevoll
umsorgt und aufgestochen wurde. Das animierte Heijo hinterher einen Tanz auf dem Besenstiel aufzuführen und damit
auch die letzten Neupilger von sich zu überzeugen.
Melanie steuerte ihr „La Cucaracha“ und ein elektrisches Massagegerät zum Ausruhen bei und beglückte damit die
weibliche Pilgerschaft. Spät abends taten die Füße und Beine dank Franzbranntwein und anderen alkoholischen
Desinfektionsmitteln letztendlich gar nicht mehr so doll weh.
Für Heijo und Uschi sollte ein Doppelbett reserviert sein, aber solche Sonderwünsche werden in einer Jugendherberge
prinzipiell nicht gewährt. Somit musste der junge Hüpfer – unser Brudermeister – das obige Bett beziehen. Uschi hat
durchgehend gebangt, ob nicht das Gute von oben irgendwann nachts an ihr vorbei rauscht.
Montag, d. 06.05.24:
Am Montagmorgen trug sich der Lacher des Morgens bereits vor dem Frühstück beim Warten auf die Fahrzeuge zu:
Das Problem dabei war, dass Dagmar und Waltraud mal wieder von einer Pilgerin namentlich verwechselt wurden. Die
beiden sprachen danach beinahe gleichzeitig.
– Waltraud : „Boah, nach der Pilgertour fange ich an zu kiffen.
“
– Dagmar: „Das macht die Marion auch immer.
“
- Waltraud: Was, KIFFEN?
Dabei bezog sich Dagmar natürlich noch auf die Namensverwechslung.
Beim Laufen ging der Regen dem einen oder anderen schon auf’s Gemüt; sogar Heijo brach einen Rosenkranz ab, da er
vor lauter Geplätscher nicht mehr gehört wurde.Der Regen und Matsch beeinträchtigte aber nicht nur Heijo. Theresa bekam beim Pipi-Machen während des
morgendlichen Anstiegs Besuch von einer Nacktschnecke in ihrer Unterhose.
Man kann es sich schon denken: Das Frühstück im Bürgerhaus in Feusdorf wurde bei dem Regen von allen ersehnt. Da
die Gruppe 2 eher da war, wurde sogar das Einschenken von Kaffee vor dem Eintreffen der Gruppe 1 mit
missbilligenden Blicken bestraft.
Während des tollen Gottesdienstes im Saal des Bürgerhauses (die Muschel stand wahrscheinlich unter Wasser) wurden
die zuvor ausgeteilten Fischanhänger von Marion und Klaus L. im geistigen Kontext interpretiert. Draußen vor der Tür
tropften die nassen Sachen und die Pfütze unter der Heizung wurde von Minute zu Minute größer.
Aber es half alles nichts, trotz Regen ging es eisern weiter. Nachdem wir weitergegangen waren, trafen wir zwei Frauen
am Pilgerstein, die für ihre Pilger Blumen pflanzten, die einige Tage später dort vorbeikommen würden. Es entwickelte
sich ein sehr nettes Gespräch und der große schwarze Pudel der Damen wurde ganz strubbelig vom vielen Kraulen.
Das Mittagessen des Tages fand in Hillesheim in einer Pizzeria statt. Dort ist endlich auch unsere Kerstin K. zu uns
gestoßen. Gut gestärkt sollte es in den beiden Fahrzeugen und einem zusätzlich beauftragten Taxi zur Taufe der
Neupilger gehen. Alle stiegen also nach dem Essen ins Auto.
Theresa: „Heijo, da hängt noch eine Jacke im Lokal, die muss eigentlich von einem von uns sein.
“
Heijo: „Wir können hier nicht für jeden mitdenken, die Leute müssen ihre Sachen schon selbst zusammenhalten. Pech
gehabt.
“
Es wird also losgefahren. Doch plötzlich 100 Meter weiter -
Heijo: „Verdammt , das war ja meine Jacke . Können wir nochmal zurückfahren?“
Da fragen wir uns: Was ist hier wohl die Moral der Geschichte?
Nun stand für 4 Neupilger mit Badeanzügen bewaffnet die gefürchtete Taufe auf dem Programm. Es begann mit dem
Abstieg zum Pröpperbach – dort stand schon ein Traktor bereit. Die Geschichte, die nun erzählt wurde, war mehr als
gruselig. Die Täuflinge sollten, an der Gabel des Traktors befestigt, in den Bach zur Taufe heruntergelassen werden –
für Martina der Schock des Lebens mit nichts als blanker Panik in den Augen.
Die Auflösung folgte schnell als es losging:
Müllsäcke anziehen hieß es für Martina, Melanie und Christl - Theresa bekam Schwimmflügel an und dann folgte das
Aufhängen an die Gabel des Traktors – ach nee, so war das zum Glück doch nicht gedacht.
Die Neupilger wurden in einer Reihe aufgestellt und Heijo erzählte im Bach stehend: der Pröpperbach heißt
Pröpperbach, weil H. Pröpper in den Bach gefallen ist. Dann kam ein großer belaubter Ast, der durchs Wasser des
Baches gewedelt wurde (Heijo hatte den Spaß seines Lebens!) und alle waren klitschnass. Alle? Naja, bis auf Christl,
die sich gekonnt im richtigen Moment hinter Theresa versteckt hat. Letztendlich war alles besser als das grausige
Szenario mit dem Traktor und dem Badeanzug.
Es folgte der Aufstieg über einen Waldweg zu einer höhergelegten Wiese, an der die Radpilger und der größte Teil der
Fußpilger warteten, um die Tauffeier mit Nussecken und Brownies auszurichten.
Unser Weg nach oben verlief entlang des Pröpperbachs. Leider muss der Pröpperbach nach einem weiteren
Zwischenfall nun umbenannt werden. Wenn es darum geht, ihn nach Leuten zu benennen, die dort hineinfallen, müsste
er nun Heimbach heißen. Martina lag beim Aufstieg nämlich halb im Bach.
Dagmar wiederum ist bei diesem Anstieg für ihren Täufling Melanie über ihre Kräfte hinausgewachsen und meisterte
den Aufstieg mühelos.
Oben angekommen erfreute uns das Geschenk von Neupilgerin Melanie. Diesen Schutzengel sollte jeder an seiner Kette
tragen, um an die Wallfahrt erinnert zu werden.
Nach vielen Kilometern trafen wir in Deudesfeld im Gasthof „Zur Post“ zum gemütlichen Abend ein und erfreuten uns
an einem schönen Zimmer, vor allem nach der Jugendherberge in Nettersbach.
Wie jeden Abend öffnete parallel zum Abendessen die Abteilung Fußpflege. Doch was mussten wir hier erleben? Auf
einmal gab es eine Zweiklassengesellschaft – aus Driesch und privat versichert gegen aus Nicht-Driesch und
Kassenpatient, die Reihenfolge der Behandlung war ja wohl klar.
Plötzlich ereilte unser Ärzteteam ein Notruf. Es folgte die Ankunft der weißen Engel Uschi und Irmi unter Tatü-Tata
und der Ansage, dass Herr Lauer bitte in den OP kommen möge. Die erste Reaktion von Klaus fiel wiefolgt aus: „ICH
ZIEHE MICH NICHT AUS.
“ Nach einem Verbandswechsel nahm letztendlich alles ein gutes Ende.
Im Laufe des Abends wurden die Jubilare gekrönt mit Waltrauds handgemachten Blumenkränzen. 30 Jahre Uschi, 25 +
1 Irene und 20 Jahre Wied. Marions Hymnen auf die Jubilare waren einzigartig. Das Kölsche Jubellied für Uschi unter
Beteiligung einer Schar von zahlreichen weiblichen und vereinzelten männlichen Stimmen war von Andrea und Irmi
wunderbar umgedichtet.Nur der arme Johannes guckte nicht ganz so glücklich. Ihn hatte ein Stich in der Wade ereilt, der böse angeschwollen
war. Kühlung und Cortison waren hoch im Kurs – gut dass wir ausreichend Fachpersonal dabeihatten.
Dienstag, d. 07.05.24:
Abmarsch war wie immer ganz früh am Morgen. Nach einer sehr eingehenden Andacht von Uschi über
Zartbitterschokolade brachte uns der Aufstieg zum Gottesdienst in der eiskalten Frohnertkapelle. Danach ging es zum
Frühstück im dortigen Dorfgasthof inklusive einer Hühnerleitertreppe hinauf in den Saal, selbstgemachter Marmelade
und einem Klo im Hof. Es war ein Erlebnisfrühstück. Die Wirtsleute, die uns seit Jahren treu bewirten, wurden von uns
daher sehr herzlich begrüßt und mit Bildern beschenkt.
Doch dann ein weiterer Krankheitsfall: Heijos Fuß schmerzte aufgrund eines Stichs so stark, dass unser verletzter
Brudermeister das Staffelholz an Klaus L. abgeben und die Landschaft von diesem Punkt an aus dem Bus betrachten
musste.
Weiter ging’s in Richtung der US-Airbase Spangdahlem. Aufgrund des Regens war der Beginn des Weges rund um die
Airbase mitunter schwer begehbar. Auf einem sehr matschigen Stück hangelte sich Klaus G.
- wie alt ist der junge
Bursche noch gleich? - im Regen am Zaun entlang. Martina trug währenddessen das Kreuz und war die Nächste vor
dem Matschweg – wie sollte sie sich am Zaun entlanghangeln? Mit Blick auf den Matsch wurde das Kreuz also schnell
zu Klaus L. hinter ihr gereicht. Wenn der das Kreuz in den Matsch hätte fallen lassen, dann träfe der Groll den
Brudermeister aus Vorst und nicht sie.
Nach dem mittäglichen Brötchenessen wurde die Regenvoraussage zu Rate gezogen. Klaus hatte uns einen Aufschub
von 10 Minuten vor dem Abmarsch eingeräumt - auf die Minute genau um 13:10 Uhr hörte der Regen auf, so dass wir
trockenen Fußes starten konnten – wir haben wohl doch einen Draht nach oben.
Nun stand noch die letzte Hürde durch den Wald von Zemmer zur Teufelsaustreibung am Bruderschaftskreuz an.
Alle vier Neupilger haben eine sehr individuelle Ansprache bekommen und mussten symbolisch dem Teufel einen Stein
ins Genick schmeißen – glücklicherweise waren wir nicht bei den Bundesjugendspielen und jeder Stein traf immerhin
den Wald.
Ohne Teufel im Nacken ging es dann in den Reisebus und ab nach Trier zur Basilika St. Matthias.
Mit „Großer Gott wir loben dich“
, vielen Tränen und lahmen Beinen wurden wir herzlichst begrüßt. Wir hatten es
geschafft.
Mittwoch, d. 08.05.24:
Zum krönenden Abschluss durften wir am letzten Morgen um 9:00 Uhr dem feierlichen Pilger-Gottesdienst beiwohnen.
Die Heimfahrt lief leider nicht so glatt wie erhofft. Wenn wir am Schluss eine Bilanz ziehen würden: Busfahrer verfährt
sich, Gangschaltung des Busses kurzzeitig defekt, Stau ohne Ende. Leider fiel damit die Messe und der Einzug per
Pedes in Holzbüttgen aus. Auf den berühmten Abschiedskreis verzichteten wir dafür nicht. Alle wurden nochmal
gedrückt und mit dem Matthiaslied verabschiedet. Dadurch kamen wir beseelt, glücklich und sicher auch ein wenig
stolz zu Hause an und konnten mit der gewonnenen Kraft wieder in unseren Alltag starten.